Jahresbuch


2025

Weil die ES seit letztem Jahr Getriebeöl in doch nicht unerheblichem Maße verlor und auch verbrannt hat, habe ich entschieden die Maschine in eine MZ-erfahrene Werkstatt zu geben, um die Wellendichtringe tauschen und den Motor neu abdichten zu lassen. Sie hatte nämlich eine immer stärker werdende weiße Fahne hinten heraus abgegeben. 

Ich selbst habe nicht die Erfahrung und auch das erforderliche Werkzeug, um den Motor zu spalten. Leider gibt es in meiner näheren Umgebung nur drei Werkstätten, die sich mit MZ und Simson-Reparatur auskennen. Und es war schwer, da einen Termin zu bekommen, weil sie vollkommen ausgelastet durch die vielen Simson-Fahrer sind. Letztlich hat es aber doch bei einer geklappt und ich konnte die ES zu Ostern in die Werkstatt schaffen. Dann hat es aber doch bis Anfang August gedauert, bis die Maschine fertig war und ich sie wieder abholen konnte. Wieder zuhause, fiel mir dann leider auf, daß die ES immer noch Getriebeöl verlor... aber nicht mehr verbrannte. Es spritzte schon während der Fahrt von der Unterseite des Motors an die hintere Schwinge und die hintere Fußraste.

Als ich am nächsten Tag eine längere Probefahrt von etwa 40km unternahm, lies nach etwa 30km plötzlich die Leistung nach... die Maschine wirkte wie zugeschnürt, kam nicht einmal mehr auf 70 km/h. Ich habe daraufhin die Zündkerze gewechselt, weil diese nun mittlerweile auch schon viele Jahre in Gebrauch war und vermutlich bei höheren Temperaturen langsam versagte. Dies schuf zum Glück Abhilfe...

Nun war aber immer noch das Problem mit dem auslaufenden Getriebeöl... da der Motor neu abgedichtet war, konnte es eigentlich nur an einer bekannten Schwachstelle liegen, nämlich an der Kickstarter- und Schalthebelwelle. Im Motorgehäuse ist eine O-Dichtung vorhanden, die die Welle von innen gegen das Getriebeöl abdichten soll. Diese Dichtung war vermutlich verschlissen. Warum der Werkstatt-Meister das austretende Getriebeöl bei einem seiner Probeläufe nicht bemerkt hat, bleibt leider sein Geheimnis. Nun wollte ich aber mich nicht noch einmal um einen Termin bemühen... zumal ich wußte, daß er schon total überlastet war, was man auch an der langen Wartezeit von Ostern - August gesehen hat. Und ich traute mir auch zu, das Problem selbst zu beheben.

So besorgte ich mir einen neuen O-Ring, dazu gleich noch neue Öl-Ablaßschrauben mit neuen Kupfer-Dichtungen, und neues Getriebeöl. Der Wechsel wurde vollzogen und siehe da, seitdem ist sie (fast) dicht. Ein ganz kleines bißchen schwitzt sie noch immer, aber das ist bei so alten 2-Taktern wohl normal. 

Also ging es so gestärkt zum Emmenrausch nach Kelbra.

 Das sind gut 150km von meinem Wohnort aus. Die Hinfahrt verlief ohne Probleme, und die Rückfahrt zunächst auch. Aber als wir eine letzte Pause machten, sprang sie nicht mehr an. Nun ist ja bekannt, daß die MZ manchmal im "halbwarmen" Zustand schlecht anspringen, aber wir hatten nur 5min Pause gemacht und der Motor war noch heiß. Alles Treten und Anschieben brachte nichts. Also Kerze raus. Die hatte ein Top-Gesicht : rehbraun.

 Daran lag es nicht... aber, es kam kein Funke. Bei der verbauten Vape ist es ja bekannt, daß der Funke nur im eingebauten Zustand der Kerze, also unter Druck, gut zustande kommt. Wenn man nur die Kerze im Stecker an den Motorblock hält, und den Kickstarter nur mit der Hand betätigt, kann es sein daß man unter Umständen den Funken nicht zu Gesicht bekommt. Wir haben aber auch den Kickstarter mit dem Fuß betätigt, also mit Druck, aber es war kein Funke zu sehen...so sehr genau auch man hinsah. Ich wollte schon aufgeben und anrufen, um Hilfe zu holen, da fiel mir aber auf, daß beim Einschalten der Zündung kein hörbares "Klacken" des Relais der Vape zu vernehmen war. Die Kabel und die Anschlüsse sahen alle gut aus, und ich wackelte ein bißchen am Relais und an den Kabel. Dann wollte ich nochmal einen letzten Versuch unternehmen und... sie sprang an! Also schnell drauf und ab nach Hause. Wenn sie einmal in Fahrt ist, gibt es erfahrungsgemäß keine Probleme. 

Zuhause wollte ich nun dem Problem auf den Grund gehen. Ich öffnete den Lima-Deckel, zog den Rotor ab und sah, daß die Grundplatte einen Schlag hatte... woher auch immer. Ich entschied also, mir eine neue Grundplatte zu besorgen und in dem Zuge auch gleich ein neues Relais. Beide Sachen wurden verbaut und bis jetzt funktioniert es gut... beim Einschalten der Zündung ist nun immer ein deutliches "Klacken" zu hören. 

Aber dann das nächste Problem... ;-) In letzter Zeit sprang sie wieder schlecht an, auch im kalten Zustand, obwohl die Zündung in Ordnung ist. Mir fiel auf, daß der Vergaser ziemlich schwitzte... und auch daß nun plötzlich unter dem Motorrad eine Pfütze zu finden war. Laut Geruch war es aber kein Öl, sondern Benzin. Ich zog den Benzin-Schlauch vom Vergaser ab, und es tropfte trotz geschlossenen Hahnes weiter. Das konnte nur eines bedeuten: die Vierloch-Dichtung des Benzinhahnes ist hinüber. 

Dann erinnerte ich mich an eine Aussage der Werkstatt vom August: er mußte den Benzinhahn ziemlich fest anziehen, weil er sonst undicht wär. Und es stimmte... der Benzinhahn ließ sich nur recht schwer öffnen und schließen. Im MZ Schrauberbuch ist aber zu lesen, daß man die Schrauben zur Befestigung des Hahnes nicht zu fest anziehen sollte, weil sonst die Dichtung zu schnell verschleißt bzw. zu sehr gequetscht und somit auf Dauer zerstört wird (siehe Foto oben). Das macht natürlich auch Sinn... je fester man anzieht, umso mehr reibt der Öffnungs-Mechanismus, also das Metall, an der Viton-Dichtung und es verschleißt schneller. Man sollte nur so fest anziehen, daß sich der Hahn mit leichtem Druck öffnen und schließen läßt. Eigentlich hätte das die Werkstatt auch wissen und die Dichtung wechseln müssen, zumal es sich ja wirklich nur um einen "Pfennig"-Artikel handelt, aber nun ja...

Ich würde gerne diese Werkstatt als eine der wenigen MZ-Fachwerkstätten empfehlen, aber ich kann es leider nicht. Denn der Meister oder Monteur war immer sehr nett, und entschuldigte sich auch daß es so lange gedauert hat. Aber er hätte einfach die Mängel, die dann nach so langer Werkstatt-Zeit immer noch bzw. erst danach auftraten, bemerken und abstellen müssen. Es hat ja auch alles zusammen nicht gerade wenig gekostet... Ich denke es lag größtenteils daran, daß er alles dann in zu großer Eile gemacht hat, weil ich nach drei Monaten Wartezeit etwas Druck aufgebaut habe. Selbst der Krümmer lockerte sich während der Heimfahrt, weil er nicht fest genug angezogen war. 

2026

Die neue Saison im März begann damit, daß ich den Vergaser auseinandernahm und gereinigt habe. Die Batterie wurde im November vorigen Jahres ausgebaut und in einem warmen Raum gelagert. Vorsichtshalber wurde sie aber vor Start noch einmal aufgeladen. Der erste Start verlief problemlos, beim ersten Kick sprang sie sofort an. Nur das Standgas lief viel zu hoch. Warum sich die Standgas-Schraube so extrem im Stand verstellt hat, obwohl ich sie bei der Vergaser-Reinigung nicht angerührt hatte, bleibt ein Rätsel... das war auch in den vergangenen Jahren immer so. Jedes Frühjahr muß ich das Standgas neu einstellen, obwohl sich niemand an der Schraube zu schaffen gemacht hat.

Ich fuhr nun das Motorrad warm und stellte das Standgas ein. Dabei ging sie ein paar Mal aus, weil ich die Schraube zu weit heruntergedreht hatte. Sie hatte aber, nachdem sie ein paar mal aus gegangen war, Schwierigkeiten wieder anzuspringen. Ich trat gefühlt 15 mal... - nichts. Kein Mucks. Dann wollte sie mal mit Choke kurz kommen, ging aber wieder aus. Also Kerze raus, den Funken kontrollieren. Er kam mal und mal nicht. Irgendwann sprang sie dann an, und ab nach Hause. Das Standgas war zwar wieder unerklärlicherweise viel zu hoch, aber das war mir jetzt egal. Denn wenn sie einmal läuft, dann läuft sie...

Zuhause machte ich mir Gedanken, was diese Startschwierigkeiten im warmen Zustand auslösen könnte. Im kalten Zustand springt sie sofort, ohne Probleme an. Die Kerze war naß, also Sprit bekam sie genug. Dabei fiel mir auf, daß der Kerzenstecker recht locker saß. Ich drehte ihn ab und mir fielen schon Drahtstücke entgegen. Also war die Verbindung zwischen Stecker und Zündkabel sicher eingeschränkt. Im Stecker und im Kabel waren nur noch wenige Drähte vorhanden. Das würde die Startschwierigkeiten vielleicht erklären, warum aber nur im warmen Zustand und nicht im kalten? Und wieso macht sie dann während der Fahrt überhaupt keine Probleme? Aber ich besorgte mir trotzdem einen neuen Kerzenstecker und ein neues Zündkabel. 

Nun hatte ich diese Sachen verbaut, und das Motorrad sprang wieder sofort im kalten Zustand an. Ich fuhr sie warm, und stellte das Standgas ein. Aber erneut hatte ich Startschwierigkeiten im warmen Zustand, aber nicht mehr so extrem wie vorher. Ich führte es aber darauf zurück, daß die Batterie schwach war, weil jemand das Motorrad zu lange mit Standlicht aus Versehen hat stehen lassen... ;-)  So unternahm ich eine längere Tour, um die Batterie wieder aufzuladen, und machte auch mehrere Pausen. Dabei sprang sie immer gut an. Nur einmal, als ich auf einen Parkplatz fuhr, ging sie aus unerfindlichen Gründen auf einmal aus. Ich befürchtete schon wieder Schlimmes, aber nach einer kurzen Pause sprang sie beim zweiten Kick an und weiter ging es. 

So recht weiß ich immer noch nicht bzw. bin mir nicht sicher, woran es nun endgültig liegt. Mal springt sie super an, und mal wieder nicht. Aber immer komischerweise nur im warmen Zustand. Wenn jemand diese Zeilen liest, und möglicherweise einen Lösungsansatz oder eine Erklärung weiß, kann dieser Jemand mich gerne kontaktieren. Es bleibt spannend...



Erstellen Sie Ihre Webseite gratis! Diese Website wurde mit Webnode erstellt. Erstellen Sie Ihre eigene Seite noch heute kostenfrei! Los geht´s